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Mittwoch, 18. Mai 2022

Ein Tag im Kindergarten

"Politiker:innen sollten einmal einen ganzen Tag in einem Kindergarten arbeiten - dann würden sie uns besser verstehen!", seufzen Elementarpädagog:innen manchmal. Deswegen habe ich mich umso mehr gefreut, eine Einladung zu bekommen, um genau das zu tun: Einen ganzen Tag lang in einem Kindergaten auszuhelfen. Montag früh also, Wien-Favoriten, ein sonniger Frühlingstag: Ich komme! Ich habe mir bequeme Hosen angezogen, und ein T-Shirt, das Flecken verträgt. Der Tag beginnt  mit einer geruhsamen Runde Schnecken-Wettlauf auf dem Spielbrett. Unterbrochen bloß von M., der mir minütlich die Fortschritte bei seinem U-Bahn-Bau zeigen will, und K., die sich permanent von hinten an meine Schultern hängt, um mit mir zu rangeln.

Es ist mein erstes pädagogisches Dilemma, auf das ich keine professionelle Antwort weiß: Wohin mit meiner Aufmerksamkeit? Soll ich mit den Kindern am Spielbrett bleiben und die anderen wegschicken, vertrösten? Oder auf die Ablenkungen eingehen? Weiter gehts mit einem großen Pappkarton, aus dem ein Haus gebaut werden soll, mit Fenstern, Türen und einem Dach. Ich beobachte die quirlige A., die im Gewusel permanent für ein anderes, stilles Mädchen übersetzt. "Die ist noch nicht lang hier, aber ich kann ihr alles erklären", sagt A. Und zeigt mir bei der Gelegenheit gleich die ganze Galerie von Familienfotos am Fensterbrett: So viele verschiedene Wohnzimmer, Kulturen, Gesellschaftsschichten. Und was für eine großartige Leistung so vieler Kinder, hier jeden Tag zu verstehen, zu vermitteln, zu erklären und Gemeinschaft herzustellen! Zu Mittag gibt es Griesnockerlsuppe. Dass sich alle selber herausschöpfen können, fördert die Selbstständigkeit. Bedeutet aber auch, dass man oft Pfützen aufwischen muss. D. erzählt mir, dass der Papa gestern die Mama gehaut hat, während M. mir hartnäckig vorführen will, dass er schon im Zahlenraum 100 kopfrechnen kann. Dann gehen die Kleinen schafen, während die Großen ein Lied fürs Sommerfest einstudieren. 

Ich bin aufgewühlt nach diesem Tag. Bin froh, mit der Kindergartenleiterin nochmal über alles reden zu können. Dass ich mich manchmal ratlos gefühlt habe, und dankbar, nicht wirklich Verantwortung zu tragen. Ich spüre die körperliche Anstrengung vom Sitzen auf den Mini-Sesseln, und vom permanenten Lärmpegel. Aber ein paar Kinder ein paar Fragen und ein paar Szenen haben sich in mein Herz eingebrannt. Danke an das wunderbare Pädagog:innenteam, und danke den Kindern, dass ich diese Erfahrung machen durfte!

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