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Mittwoch, 15. Juni 2022

Über Männer in Kindergärten

Was wir in den vergangenen Woche über den Missbrauchsverdacht in Wiener Kindergärten gehört haben, ist zutiefst verstörend. Er rührt an Urängsten von Eltern, und ist gleichzeitig fatal für das wichtige und hundertprozentig richtige Anliegen, mehr Männer in die Elementarpädagogik zu bringen.

Hier ein paar Gedanken dazu:

Wir brauchen unbedingt mehr Männer in Care-Berufen, speziell auch in Kindergärten.

Das ist aus vielen Gründen wichtig:

  • Kinder müssen ganz selbstverständlich Männer UND Frauen in fürsorgenden Rollen erleben;
  • Kinder sollen im Alltag erfahren, dass Männer UND Frauen für Kinder "zuständig" sind und hier die gleiche Kompetenz haben, vom Naseputzen übers Wickeln bis zum Trösten; 
  • das ist speziell wichtig für Kinder, die zu Hause eher traditionelle Rollen vorgelebt bekommen, oder die nur weibliche Bezugspersonen haben;
  • männliche Pädagogen können für Buben wichtige Role Models sein - auch was eigene Berufswünsche betrifft.

Burschen entscheiden sich leichter für eine Ausbildung als Elementarpädagoge, wenn es gesellschaftlich als "ganz normal" gesehen wird, dass sich Männer mit Kleinkindern beschäftigen. In Skandinavien sieht man: Mehr Väterbeteiligung in der Familie, mehr Sichtbarkeit von Vätern in der Gesellschaft spiegelt sich in einem höheren Männeranteil in Kindergärten.

Solange Burschen in österreichischen BAFEPs nur eine kleine Minderheit sind, haben sie es hingegen schwer. Da geht es ihnen ähnlich wie einst den wenigen Mädchen in der Tischlerei oder in der KFZ-Werkstätte: Sie haben keine Vorbilder, werden als Exoten gesehen, stehen unter besonderer Beobachtung, sie werden misstrauisch beäugt, man hinterfragt ihre Motive. Das erhöht die Dropout-Rate in der Ausbildung. Ähnliches setzt sich dann manchmal  am Arbeitsplatz fort, wenn es Vorbehalte von Seiten mancher Eltern oder Kolleginnen gibt. Wer setzt sich schon gern schiefen Blicken oder einem unausgesprochenen Generalverdacht aus? 

Das ist ein Teufelskreis, den wir dringend durchbrechen müssen!

Wichtig ist deswegen jetzt: Totale Transparenz, restlose Aufklärung der Vorwürfe und professionelle Aufarbeitung an den betroffenen Standorten.

Außerdem sehe ich mich darin bestätigt, wie dringend notwendig einheitliche Qualitätsstandards in der Elementarpädagogik sind, sowie bessere Arbeitsbedingungen: Kleinere Gruppen, weniger Stress, mehr begleitende Supervision, Fortbildung, Reflexion und Unterstützung durch multiprofessionelle Teams. Pädagogische Verfehlungen  werden schneller erkannt, wenn immer ausreichend Personal da ist, und genug Zeit, um auf Warnsignale zu achten. 

Deswegen gibt es derzeit eine große Ausbildungsoffensive für Elementarpädagog:innen, und es wäre großartig, wenn sich besonders viele Burschen und Männer für die Lehrgänge bewerben.

Denn wir brauchen dringend noch viel mehr von euch in den Kindergärten!

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